Entschuldigen Sie, dass ich Sie im Titel dieser Kolumne duze. Ich nehme den Wortlaut der «Wie-geht’s-dir?»-Kampagne auf. Diese Kampagne der Deutschschweizer Kantone und der Stiftung Pro Mente Sana hat zum Ziel, die Bevölkerung für das Thema psychische Gesundheit zu sensibilisieren. Neu auch in Winterthur. Vielleicht ist Ihnen die gelbe Sitzbank im Stadtzentrum auch schon aufgefallen. Sie steht seit kurzem auf dem Kirchplatz. Gleich neben der bei Kindern beliebten Skulptur von Erwin Schatzmann mit den verschiedenen Tierköpfen.
In der Schweiz fühlt sich aktuell jede fünfte Person psychisch belastet. Jede zweite Person erlebt in ihrem Leben eine psychische Erkrankung. Trotzdem ist die psychische Gesundheit ein Tabuthema. Ein Thema, bei dem es vielen von uns – mir geht es zumindest so – nicht immer leicht fällt, es anzusprechen.
Das will die Kampagne ändern. Sie stellt gelbe Sitzbänke zur Verfügung, die dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Über Alltägliches zu plaudern. Und auch darüber, wie es einem geht. Die einfache Frage «Wie geht’s dir?» kann viel bewegen. Sie ermöglicht Gespräche über Emotionen und Probleme, die verbindend und entlastend wirken können.
Unter www.wie-gehts-dir.ch finden Sie konkrete Hilfestellungen rund um die psychische Gesundheit: Ein Selbst-Check, um herauszufinden, wo man steht. Impulse zur Stärkung des Wohlbefindens. Gesprächstipps zum Thema. Und Adressen und Telefonnummern von Beratungsangeboten. Schauen Sie vorbei. Und kommen Sie vorbei: Am Freitagnachmittag, 10. April, bei der offiziellen Einweihung. Im Juni, wenn ein Zuhörwagen beim Bänkli Halt macht. Beim Erzählcafé im September. Oder einfach so, um die Frühlingsstimmung zu geniessen.
Nicolas Galladé, Stadtrat, Vorsteher Departement Soziales