Die SP strebt zwei Sitze im Regierungsrat an. Das Ziel ist ambitioniert – und möglich. Ich möchte als Regierungsratskandidat – zusammen mit Priska Seiler Graf – dazu beitragen.
Seit 2010 bin ich Stadtrat in Winterthur und zuständig für das Departement Soziales mit 1600 Mitarbeitenden. Punkto Führungsverantwortung und Umfang entspricht dies einer kantonalen Direktion. Neben dieser direkten politischen Führungsarbeit sind weitere Ämter mit meiner Tätigkeit verbunden:
– Spitalrat des Kantonsspitals Winterthur
– Vorstand einer grossen Wohnbaugenossenschaft.
– Ich präsidiere ich die Städteinitiative Sozialpolitik mit schweizweit 60 Mitgliedstädten
– bin Mitglied der Eidgenössischen Migrationskommission
– und Vorstandsmitglied der kantonalen Sozialkonferenz und Vizepräsident der Gesundheitskonferenz des Kantons Zürich.
Vernetzung und Vertrauen ist der Schlüssel zum Erfolg. Ich glaube an die Wirkung ausdauernder und beständiger kleiner, pragmatischer Schritte mit dem Ziel grosser Veränderungen. Etwa mit dem Winterthurer Projekt einer reduzierten Fallbelastung in der Sozialhilfe, das schweizweit Beachtung gefunden hat und heute Modellcharakter hat. Oder mit der vor einer Woche durch die Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK) beschlossenen Erhöhung des Grundbedarfs für Kinder in der Sozialhilfe, die massgeblich zur Linderung der Familienarmut beitragen wird, und an der ich beteiligt war.
Ich bin mit Leib und Seele Exekutivmitglied. Und dankbar, meine Funktion als Stadtrat in Winterthur seit 16 Jahren ausüben zu dürfen. Nun bietet sich die Gelegenheit für eine Kandidatur in den Regierungsrat. Ein Amt, das stark vergleichbar ist mit meiner aktuellen Funktion. Und gleichzeitig die Möglichkeit bietet, noch stärker Einfluss zu nehmen auf die Politik und für die Menschen und die Städte und Gemeinden im Kanton Zürich. Diese Gelegenheit möchte ich wahrnehmen.
Die grossen Zukunftsthemen sind der Klimaschutz und der gesellschaftliche Zusammenhalt. Voraussetzung dafür ist, dass alle Menschen am Erfolg unseres Kantons teilhaben können. Dass sie sich gleichberechtigt und zugehörig fühlen und ein bezahlbares Leben führen können. Aktuell ist meine Wahrnehmung, dass für viele die Lebenshaltungskosten, insbesondere Mieten und Krankenkassenprämien, stark steigen. Während die Entwicklung der Löhne und AHV-Renten nicht Schritt halten kann. Es wird für viele Menschen immer schwieriger, in ihrer Stadt oder Gemeinde bezahlbaren Wohnraum zu finden. Im Mai hat die Firma Wüest und Partner etwa nachgewiesen, dass die Preise für Wohneigentum in der Schweiz seit 2015 um 50 Prozent gestiegen sind. Die nominalen Löhne im selben Zeitraum aber lediglich um 10 Prozent. Es drohe eine Spaltung der Gesellschaft, sagte im selben Tages-Anzeiger-Artikel der Chefökonom von Raiffeisen, weil jene, die bereits über Wohneigentum verfügten, in der Tendenz immer wohlhabender würden. Während die anderen mit steigenden Mietkosten konfrontiert sind.
Diese Spaltung gilt es zu verhindern. Und es scheint mir ganz allgemein so, dass uns die verhärteten Fronten in der Politik, aber auch zwischen Stadt und Land oder Kanton und Gemeinden nicht weiterbringen. Das können wir uns ganz generell und erst recht im Kanton Zürich angesichts unserer guten Ausgangslage und der anstehenden Herausforderungen nicht leisten.
Der Kanton Zürich ist attraktiv, wirtschaftsstark und hat eine leistungsfähige Verwaltung. Er hat beste Voraussetzungen, sein Potential noch stärker auszuschöpfen. Wenn er den Anspruch entwickelt, kann der Kanton Zürich Taktgeber für die gesamte Schweiz sein. Dazu braucht er eine Regierung, die Gestaltungswillen hat. Eine Regierung, die Herausforderungen zukunftsgerichtet, offen, mutig und als Team angeht. Unter Einbezug aller Beteiligten und mit dem Blick fürs Ganze. Eine solche Regierung möchte ich mitbauen und mitgestalten. Deshalb stelle ich mich als Regierungsratskandidat zur Verfügung.
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